Bertelsmann

Es gab 1999/2000 eine befristete Zusammenarbeit zwischen dem BERTELSMANN-Verlag und dem AOL-Verlag. Das führte zu zwei Lizenz-Ausgaben von AOL-Werken und einem eigenständigen Begleitheft mit Übungsblättern zur neuen Rechtschreibung.


Jürgen Schwarz
Leichter lernen: Ethik
OMNIBUS Taschenbuchverlag für Kinder und Jugendliche von Bertelsmann
Erstmals als OMNIBUS Taschenbuch Oktober 1999
Band 20675


Jürgen Schwarz
Leichter lernen: Aufsätze
OMNIBUS Taschenbuchverlag für Kinder und Jugendliche von Bertelsmann
Erstmals als OMNIBUS Taschenbuch August 2000
Band 20685


Arbeitsblätter zur deutschen Rechtschreibung von Jürgen Schwarz (OStR). Bertelsmann Lexikon Verlag, o. J.

Vorwort

“Übung macht den Meister.” - Das gilt nicht nur für jemanden, der ein Instrument spielen oder sportliche Höchstleistungen vollbringen möchte, das gilt auch für die einfachsten Grundfertigkeiten.
Wer als Baby das Laufen lernen möchte, kriecht zunächst auf allen Vieren, zieht sich an den Gitterstäben seines Laufstalles hoch, macht zwei Schritte in den freien Raum, fällt wieder um, lässt sich aber nicht entmutigen und versucht es immer wieder, bis es eines Tages gelingt. Der Mensch steht auf zwei Beinen, er kann sich fortbewegen und hat durch den aufrechten Gang den Überblick gewonnen. - Durch Üben zum Erfolg.
Das gilt auch für alles schulisches Lernen, insbesondere für die Rechtschreibung. Am Anfang kann sie keiner, am Ende der Klasse 10 sollte sie jeder beherrschen.
Texte ohne Fehler schreiben zu können ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig. Bei Bewerbungsschreiben und Einstellungstests wird die Rechtschreibung überprüft und zu einem grundlegenden Entscheidungskriterium bei der Auswahl von Bewerbern um eine Lehrstelle gemacht. Man kann darüber klagen (“Rechtschreibung als Repressionsinstrument unserer Gesellschaft!”), aber so ist es nun einmal. Und außerdem sind die Zeiten, in denen viele Pädagogen auf diese Fertigkeit meinten verzichten zu können, längst vorbei.
Rechtschreibung kann man üben. Wie jeder Mensch durch Üben das Laufen lernt, so könnte es auch bei der Rechtschreibung sein. Die Chancen für den Erfolg stehen gut.
Die vorliegenden Arbeitsblätter schließen sich an die sechs Bereiche der Rechtschreibung an, wie sie von dem Internationalen Arbeitskreis für Orthographie festgelegt worden sind:
1. Laut- und Buchstaben-Zuordnung einschließlich der Fremdwortschreibung
2. Getrennt- und Zusammenschreibung
3. Schreibung mit Bindestrichen
4. Groß- und Kleinschreibung
5. Zeichensetzung
6. Worttrennung am Zeilenende
Innerhalb dieser sechs Bereiche wurden die Schwierigkeiten ausgewählt, die bei Schülern der Klassen 5 – 10 am häufigsten zu beobachten sind.
Natürlich gibt es verschiedene Übungsmethoden zur Rechtschreibung. Hier wird die Methode gewählt, die richtige Schreibung über eine Stärkung des Regelbewusstseins zu erreichen.
Deshalb sind die Blätter so angelegt, dass zunächst die Regel genannt wird, dann folgen, wenn es notwendig erscheint, Erläuterungen und Beispiele in Kursivdruck, und schließlich gibt es die Aufgabe, welche die Schüler gleich bearbeiten sollen. Raum dafür ist auf derselben Seite vorhanden. Die Lösungen werden nicht mit abgedruckt. Sie sind eigentlich leicht zu finden, wenn man die Regel richtig anwendet. Sollten trotzdem einmal Zweifel aufkommen, so werden Mitschüler, Lehrer oder Eltern sicherlich helfen können. Mittlerweile gibt es auch Beratungsstellen für Rechtschreib-Schwierigkeiten, die Auskunft erteilen. Man findet sie im Internet sehr leicht, wenn man das Stichwort “Sprachberatung” in eine Suchmaschine (z. B. www.google.de) eingibt.
Wie sollen nun die Blätter eingesetzt werden?
Nicht empfehlenswert ist es, den Schülern alle Übungsblätter hintereinander vorzulegen. Besser ist es, bei passender Gelegenheit, z. B. wenn man feststellt, dass sich Fehler in einem bestimmten Bereich häufen, das zutreffende Arbeitsblatt im Unterricht zu verwenden. Wer geschickt ist, kann solche Arbeitsblätter auch selbst herstellen, gezielt auf die besonderen Schwächen seiner Klasse hin.
Ein Regelbewusstsein ist immer dann nützlich, wenn man es anwendet. Aber es hilft nicht immer. Es gibt Ausnahmen, es gibt Fälle, die durch eine Regel überhaupt nicht zu erfassen sind. Manchmal ist eine Regel auch noch nicht im Unterricht besprochen worden, oder der Schüler hat sie wieder vergessen. Außerdem haben Untersuchungen gezeigt, dass Akademiker zu 80 % die Kommata richtig setzen, aber nur jeder Zehnte seine Zeichensetzung mit einer Regel erklären kann.
Das Regelbewusstsein muss also durch andere Methoden ergänzt werden, die am Ende des Vorwortes in einem Merkblatt zusammengestellt sind. Auf die dort genannten fünf Methoden sollten Schüler immer wieder hingewiesen werden.
Wer die Rechtschreibung wissenschaftlich angehen möchte, dem sei ein Buch des Vorsitzenden der Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung empfohlen: Gerhard Augst und Mechthild Dehn: Rechtschreibung und Rechtschreibunterricht. Können – Lehren – Lernen. Klett 1998.
Das Buch enthält neben den Grundregeln der deutschen Rechtschreibung eine Konzeption des Rechtschreibunterrichts für Studierende und Lehrende aller Schulformen. Auf S. 86 heißt es: “Grundregeln, ggf. auch Merkverse und –wörter, können helfen, im Zweifelsfall zu einer richtigen Schreibung zu kommen.” Das unterstreicht den Ansatz der vorliegenden Arbeitsblätter, über Regelwissen zur richtigen Schreibung zu gelangen.
Regelwissen zu erwerben ist mit Arbeit verbunden, aber richtiges Arbeiten wird nicht ohne Erfolg bleiben.

 

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