JSZ

Die Veröffentlichungen im Eigenverlag JSZ sind das Ergebnis meiner traumatischen Erfahrungen mit dem AOL-Verlag.
Warum “traumatisch”?
Wenn man als Autor aus eigenem Antrieb etwas schreibt, dieses dann Verlagen anbietet, die es aber ablehnen, das Werk in ihr Programm zu übernehmen, kann man das ja ertragen. Das ist das Risiko aller Schriftsteller.
Wenn man aber eine Auftragsarbeit nach strengen Vorgaben ausführt (alles vertraglich abgesichert) und dann von der Verlagsleitung oder einer Lektorin erfährt, die Arbeit solle vergeblich und umsonst gewesen sein, dann hinterlässt das Wunden.
Nebenstehend die beiden Werke, die trotz gültigem Autorenvertrag nicht gedruckt wurden, weil ich zum damaligen Zeitpunkt den juristischen Weg nicht gehen wollte.




Vorderseite des Buches


Rückseite des Buches

Auf heitere und scherzhafte Weise erfährt der Leser, was sich bei der neuen Rechtschreibung verändert hat.
Eingeteilt in 12 Kapitel beginnt jeder Abschnitt mit einem Regelteil, der die wichtigsten Veränderungen mit Beispielen auf einer Doppelseite zeigt.
Es folgen Verse und Sprüche, die auf einige Besonderheiten des betreffenden Kapitels eingehen. Dabei ist keine Vollständigkeit beabsichtigt, sondern in lockerer Reihenfolge werden „merkwürdige“ Regelungen der neuen Rechtschreibung mit spitzer Feder aufgespießt, mit nicht so ganz alltäglichen Begebenheiten verbunden und manchmal ironisch unterlaufen.
Fast jedes Kapitel endet mit einer Wörterliste, in der ausnahmslos Wörter enthalten sind, deren Schreibweise sich durch die Rechtschreibreform verändert hat.
Die Karikaturen vor jedem Kapitel stammen von Thomas Körner (TOM) aus „Kreidezeit“, AOL-Verlag, 1994. Die Bilder sind neu betextet und stimmen auf den Inhalt des jeweiligen Kapitels ein.

Jürgen Schwarz, geb. 1940, hat Germanistik, Theologie, Philosophie und Pädagogik studiert. Er war in der Lehrerfortbildung tätig und unterrichtete gut 30 Jahre lang Deutsch, evgl. Religionslehre, Ethik und Arbeitslehre an einem Gymnasium in Kassel.
Als Prädikant der Evgl. Kirche von Kurhessen-Waldeck hat er zahlreiche Predigten geschrieben und in verschiedenen Predigt-Sammlungen veröffentlicht. Er ist Herausgeber des 1997 im AOL-Verlag erschienenen Arbeitsbuches “SCHREIBKRAM - Das pfiffige Arbeitsbuch zur neuen Rechtschreibung”.


Zur Geschichte dieses Buches
“Gehören Sie zu den Menschen, die sich manches leichter mit Hilfe eines Verses oder Reimes merken können? In den folgenden Versen finden Sie zwar keine Rechtschreibregel, aber dennoch prägt diese sich durch die Anhäufung der Besonderheiten besser ein (die kursiv gedruckten Wörter entsprechen der Regel).
Freuen Sie sich über den Auszug aus diesem Buch von Jürgen Schwarz: Wenn der Tunfisch mit dem Panter (so heißt das Buch) über den schmerzlichen Verlust eines seiner Buchstaben nachdenkt, dann ist am Ende beiden klar: Erst kommt das Fressen, dann die Rechtschreibmoral.”
So stand es  in allen Auflagen des rororo-Bändchens Nr. 60788 Die neue Rechtschreibung - Wörter und Regeln leicht gelernt, zuletzt noch in der 8. Auflage vom Februar 2004. Trotzdem ist der Tunfisch nie erschienen.
Nach dem Erfolg von SCHREIBKRAM - Das pfiffige Arbeitsbuch zur neuen Rechtschreibung (1997) war der Verleger von den dort eingestreuten Versen so angetan, dass er mir den Auftrag gab, ein ganzes Taschenbuch mit solchen Versen zu erstellen. Nach seinen strengen inhaltlichen Vorgaben habe ich das Buch geschrieben. Der Verleger war auch vom Ergebnis zunächst begeistert. Aber nach über zweijährigem Hin und Her wollte er es auf einmal nicht mehr drucken. Die Verse gefielen ihm nicht mehr so gut, was ihn aber nicht daran hinderte, einen Teil der Verse zu Werbezwecken in seinem rororo-Bändchen (s. o.) zu benutzen, auch als längst feststand, dass der Tunfisch nie erscheinen wird.
Jetzt erscheint er aber doch - im Selbstverlag!


Musterseiten


Jürgen Schwarz
Geflügelte Worte
160 Zitate aus der Weltliteratur
JSZ-Verlag. 2006.


Vorderseite des Buches


Rückseite des Buches


Musterseiten

Fragen
1.
Ach! des Lebens schönste Feier
Endigt auch den Lebensmai,
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reißt der schöne Wahn entzwei.

Wir kennen dieses Gefühl: Mit einem festlichen Ereignis (z. B. der Hochzeit) geht ein Abschnitt unseres Lebens zu Ende und ist für immer verloren. Die Hoffnung auf Fortsetzung des schönen Augenblicks erfüllt sich nicht, die Realität holt uns ein. Eine paradoxe Situation: Der beglückende Genuss wird mit einem dauerhaften Verlust erkauft.

Von wem stammt das Zitat? (nur Nachname!)

2.
Ach, ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

Eines der vielen "Ach"-Zitate, in denen der Mensch über den Verlust beglückender Erfahrungen klagt und sich nach der Erlösung aus allem Elend sehnt. Dabei empfindet er den Schmerz umso tiefer, als er immer wieder zwischen Freude und Leid hin- und hergerissen wird.

Von wem stammt das Zitat? (nur Nachname!)

3.
O! hättest du vom Menschen besser stets
Gedacht, du hättest besser auch gehandelt.
Fluchwürdger Argwohn! Unglückselger Zweifel!
Es ist ihm Festes nichts und Unverrücktes,
Und alles wanket, wo der Glaube fehlt.

"Glaube" im Sinne von "Vertrauen" ist eine Grundlage menschlichen Zusammenlebens. Vertrauen muss mitunter gewährt werden, ohne dass es der andere im strengen Sinne verdient hat. Politiker bitten manchmal um eine solche Form des Vertrauensvorschusses, besonders dann, wenn die Lage kritisch ist und besondere Maßnahmen erforderlich sind.

Von wem stammt das Zitat? (nur Nachname!)

4.
Es war nur eine Prüfung –
Den Zweck habt Ihr erreicht – Zu weit getrieben
Verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks,
Und allzu straff gespannt zerspringt der Bogen.

Menschen neigen manchmal dazu, ihren Willen über ein zulässiges Maß hinaus durchzusetzen. Sie gehen dann "über Leichen". Vor einer solchen Haltung will das Zitat warnen. Es könnte nämlich sein, dass das erstrebte Ziel nicht erreicht wird. "Den Bogen überspannen" heißt: etwas auf die Spitze treiben, zu hohe Forderungen stellen.

Von wem stammt das Zitat? (nur Nachname!)

Antworten
1.
Ach! des Lebens schönste Feier
Endigt auch den Lebensmai.

Friedrich Schiller: "Das Lied von der Glocke" (1799)
Schiller stellt in zehn Phasen die Herstellung einer Glocke dar und behandelt parallel dazu Szenen aus dem bürgerlichen Leben, aus dem ganz privaten, aber auch aus dem öffentlichen. Die Hochzeit beendet "der ersten Liebe goldne Zeit". Die Leidenschaft muss abgelöst werden durch eine dauerhafte Liebe.

2.
Ach, ich bin des Treibens müde!

Johann Wolfgang von Goethe: "Wandrers Nachtlied" (1780)
Der "Wanderer" hieß Goethe schon in Frankfurt. Er machte Wanderungen nach Darmstadt, an den Rhein und durch Thüringen. Das Wort "Wanderer" gilt wortwörtlich und ist doch zugleich symbolisch gemeint. Goethe ist auf der Suche nach der vollkommenen Ruhe, die er manchmal auch findet: "Über allen Gipfeln ist Ruh."

3.
Alles wanket, wo der Glaube fehlt.

Friedrich Schiller: "Wallenstein. Wallensteins Tod" (1798/99) II, 7
Herzog Wallenstein paktiert mit den Schweden, während sich sein Generalleutnant Octavio Piccolomini insgeheim auf die Seite des Kaisers schlägt. Octavios Sohn Max verachtet den Vater, der den Glauben an Wallenstein verloren hat, verlässt ihn und fällt auf der Seite der Kaiserlichen im Kampf gegen die siegreichen Schweden.

4.
Allzu straff gespannt zerspringt der Bogen.

Friedrich Schiller: "Wilhelm Tell" (1804) III, 3
Im Kampf der Schweizer um ihre Unabhängigkeit hat es der Landvogt Gessler auf die Spitze getrieben: Tell soll seinem Sohn Walter mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf schießen. Ulrich von Rudenz warnt mit dem Zitat den Landvogt, er möge es nicht zu weit treiben. Vergeblich! Gessler muss schließlich für seine Untat mit dem Leben büßen.

Schlusserklärung
Dieses Buch sollte eigentlich 1999 im AOL-Verlag, Lichtenau-Scherzheim, erscheinen. Der Verleger hatte mir den Auftrag erteilt, beide Seiten hatten die Autorenverträge unterschrieben, das Manuskript war fertig.
Aber es kam anders. Im Jahre 2000 wurde der AOL-Verlag von der KLETT-Gruppe übernommen. Der neue Geschäftsführer wollte das Buch nicht drucken lassen. Er sehe keine Absatzchancen.
Also einigten wir uns im Jahre 2001 darauf, das Buch online auf der Website des AOL-Verlages herauszubringen.
Von Januar 2002 an bekam der Leser dann wöchentlich wie bei einem Fortsetzungsroman vier Fragen zu den Zitaten gestellt. In der Woche darauf kamen die vier Antworten und wieder vier neue Fragen. Das Ganze dauerte genau 40 Wochen, bis die 160 Zitate abgearbeitet waren.
Ob sich viele Menschen an diesem Rätselspiel beteiligt haben, weiß ich nicht. Auch auf Nachfrage habe ich keine Antwort bekommen. Keiner wusste es. Schade!


Im September 2010 habe ich die Zitatensammlung auch noch in den Buchhandel gebracht:

Jürgen Schwarz
Geflügelte Worte
160 Zitate aus der Weltliteratur

   * Erschienen: September 2010
   * EAN: 9783842327993
   * ISBN-10: 3-8423-2799-4
   * Seitenzahl: 176
   * Sprache(n): Deutsch
   * Erschienen bei: Books on Demand GmbH

 

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